Informationen zum Tierschutz und den 3R im Bereich Tierversuche

Anpassungen Tierschutzverordnung und Tierschutz-Ausbildungsverordnung

BLV, 10.1.2018: Die Anpassungen der Tierschutzverordnung sowie weiterer Verordnungen im Veterinärbereich fördern den schonenden Umgang mit Tieren. Die Änderungen treten am 1. März 2018 in Kraft.

Die Medienmitteilung, die neuen Verordnungen sowie die dazugehörigen Erläuterungen finden Sie hier.

Tierschutzbeauftragte für Tierversuche

Bisher fehlte in der Tierschutzverordnung die Funktionsbeschreibung und Kompetenzregelung für Tierschutzbeauftragte, die die Forscherinnen und Forscher im Bewilligungsprozess unterstützen und als Kontaktpersonen für die kantonalen Fachstellen eine wichtige Rolle spielen. Sie sollen insbesondere sicherstellen, dass die Angaben für die Beurteilung des unerlässlichen Masses als Entscheidungsgrundlage für die Bewilligungsstelle in den Gesuchen für Tierversuchsbewilligungen vollständig aufgeführt werden.

Weitere Informationen: Artikel 129, 129a und Art. 129b der Tierschutzverordnung.

Tiere müssen fachgerecht getötet werden

Wenn die Behandlung kranker oder verletzter Tiere aussichtslos oder nur unter grossen Schmerzen möglich ist, sollen sie zur Leidensbegrenzung getötet werden. Neu legt die Tierschutzverordnung fest, welche Kriterien eine fachgerechte und tierschutzkonforme Tötung erfüllen muss. Die neuen Vorschriften sind in einer Serie tierartspezifischer Fachinformationen des BLV erläutert. 

Weitere Informationen: Artikel 177 Abs. 1 und 1bis, Artikel 179 der Tierschutzverordnung.

Prüfungen werden für Ausbildungen im Tierversuchsbereich obligatorisch

Weitere Informationen: Tierschutz-Ausbildungsverordnung

Swiss Animatch an der UZH

Swiss Animatch soll helfen im Sinne der 3R (reduction) Tierzahlen zu verringern, indem Forschende Organe von Tieren, die im Rahmen eines bewilligten Tierversuchs euthanasiert werden, zu teilen.

Forschende der UZH können sich unter folgendem Link registrieren: https://swiss.animatch.eu

Es bedarf den Extra-Aufwand, ein Angebot in Swiss Animatch zu erstellen, aber es kann einen grossen Effekt im Sinne der Reduktion erbringen.
Daher registrieren Sie sich noch heute, denn SHARING IS CARING.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Tierschutzbeauftragten.

SBFI unterstützt das neue Schweizerische Kompetenzzentrum 3RCC

SBFI - Bund fördert neue Wege und Alternativmethoden in der Tierversuchsforschung
Bern, 05.12.2017 - Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) unterstützt das neue dezentrale Schweizerische Kompetenzzentrum 3RCC als Forschungseinrichtung von nationaler Bedeutung mit einem Beitrag von insgesamt 2,9 Millionen Franken in den Jahren 2018-2020. Damit fördert der Bund die Anwendung der sogenannten 3R-Prinzipen bei Tierversuchen (refine, reduce, replace). Diese umfassen im Wesentlichen das Verfeinern der Methoden, um die Belastung für die Tiere zu vermindern, sowie das Reduzieren der Zahl von Tierversuchen bis hin zum Ersatz durch Alternativmethoden. Das Kompetenzzentrum 3RCC ist ein breit abgestützter Verein, der an der Universität Bern angesiedelt ist.

Güterabwägung bei Tierversuchsanträgen

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Empfehlungen Güterabwägung

Forscherinnen und Forscher, die in der Schweiz einen Antrag für einen Tierversuch stellen, müssen eine ethische Güterabwägung vornehmen und diese nachvollziehbar darlegen. Die Kommission für Tierversuchsethik (KTVE) hat dazu eine Wegleitung erarbeitet.
Die dreisprachige Broschüre (englisch, deutsch, französisch) erläutert das Prinzip der Güterabwägung und unterstützt Forscherinnen und Forscher dabei, diese korrekt durchzuführen. Unter order[at]samw.ch kann die Broschüre gratis bestellt werden.

Die KTVE ist eine gemeinsame Kommission der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) und der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT).

NC3Rs and CAMARADES launch new web app for systematic reviews of animal studies for researchers and interested persons

SYRF SYRF
SYRF

SyRF is a free-to-use online platform for researchers to perform systematic review and meta-analysis of animal studies. It was developed by the CAMARADES group using an NC3Rs infrastructure award. The SyRF app has been designed to help optimise and streamline systematic reviews.

Tierversuchsstatistik 2016: Weniger Tiere eingesetzt als im Vorjahr

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: 2016 wurden in der Schweiz 629 773 Tiere für Tierversuche eingesetzt. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 7,7 %. Dieser Rückgang ist vor allem auf den Abschluss verschiedener Projekte mit einer grossen Anzahl von Fischen und Amphibien zurückzuführen. Drei Viertel der Tiere waren keiner oder einer leichten Belastung ausgesetzt. Zwei Drittel der verwendeten Tiere waren Mäuse.

Im Kanton Zürich gab es im Vergleich zu 2015 eine Abnahme von 11%.

Medienmitteilung BLV

Tierversuchsstatistik

DFG fördert neue Forschergruppe zur Belastungserfassung in Tierversuchen

Severity assessment in animal based research
Severity assessment in animal based research

Millionen-Unterstützung für Deutsche und Schweizer Universitäten: Wie können Belastungen von Versuchstieren erkannt und minimiert werden?

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt den neuen Forschungsverbund „Belastungseinschätzung in der tierexperimentellen Forschung“ („Severity assessment in animal based research“) mit rund sechs Millionen Euro für die nächsten drei Jahre. Dem Verbund gehören acht wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland und in der Schweiz an. Sie wollen in 15 Projekten Belastungen von Tieren in Tierversuchen erkennen und Belastungsgrade wissenschaftlich fundiert und möglichst fein und genau abstufen – mit dem Ziel, Belastungen optimal zu minimieren. „Derzeit fehlen wissenschaftlich begründete Parameter und Methoden, mit denen Belastungen wie Stress und Schmerz gemessen werden können, denen Tiere in einem Versuch ausgesetzt sind. Das beeinflusst ethische Fragen und die Qualität von Tierversuchsdaten. Das wollen wir ändern“, sagt Professor André Bleich, PhD. Der Leiter des Instituts für Versuchstierkunde und des Zentralen Tierlaboratoriums der MHH ist Sprecher der neuen Forschergruppe (FOR) 2591 – gemeinsam mit Professor Dr. René Tolba, Leiter des Instituts für Versuchstierkunde sowie des Zentrallaboratoriums für Versuchstiere der Uniklinik RWTH Aachen.

Neben sieben Deutschen Hochschulen sind an der Forschergruppe auch Wissenschaftlerinnen der Abteilung Forschung Chirurgie am Universitätsspital Zürich beteiligt und erhalten einen Teil der erworbenen Drittmittel.

„Wir verbessern verschiedene objektive Methoden und Techniken, erarbeiten neue und kombinieren diese, um eine Skala zur Standardisierung erstellen zu können“, erläutert Professor Bleich. Die Ergebnisse, die mit den neuen Methoden erzielt werden, sollen mit den Belastungs-Schweregraden korrelierbar sein, die in der Richtlinie des Europäischen Parlaments zum Schutz für Versuchstiere definiert sind. Die Forschergruppe will die Belastungseinschätzungen außer Wissenschaftlern auch Behörden und Gutachtern zur Verfügung stellen. Um festzustellen, wie es Tieren während eines Versuchs geht, gibt es beispielsweise die Möglichkeit, mit Infrarot-Kameras Aktivität und Körpertemperatur der Tiere zu überwachen. Außerdem können Herzschlagrate und deren Intervalle per Telemetrie festgestellt werden. Auch die moderne Bildgebung hilft – etwa, um Veränderungen im Gehirn festzustellen. Viele Ideen für die Beurteilung von Belastungen stammen aus der Verhaltens-, Schmerz-, Stress- und Depressionsforschung. Die Forscher wollen auch Strategien untersuchen, die Tiere für den Umgang mit Stress haben.

Die Wissenschaftler wenden mit ihrem Vorhaben das „3R-Prinzip“ zur Durchführung von Tierversuchen an. Es steht für „Replace“ (Vermeiden von Tierversuchen durch das Finden alternativer Methoden), „Reduce“ (Verringern der Zahl benötigter Tiere) und „Refine“ (Verminderung der Belastung). „Dieses Prinzip ist für uns von wesentlicher Bedeutung – nicht nur bezüglich seiner ethischen Rechtfertigung, sondern auch, um belastbare Daten durch Standardisierung zu generieren. Denn ein zentraler Aspekt dieses Prinzips ist die Einschätzung von Schmerzen, Leiden und Schäden von Versuchstieren während eines Experiments“, sagt Professor Bleich.

Weitere Informationen zum Projekt an der UZH erhalten Sie bei Dr. Paulin Jirkof (Animal welfare in biomedical research, Forschung Chirurgie, Universitätsspital Zürich, Universität Zürich), paulin.jirkof@usz.ch.

New video tutorial released: mouse handling made easier

A new resource, launched this week, shows technical staff and researchers how to handle mice using non-aversive methods. The tutorial is based on research funded by the NC3Rs and BBSRC, carried out at the University of Liverpool by Professor Jane Hurst and Dr Kelly Gouveia1,2. The aim is to promote widespread uptake of refined methods of handling laboratory mice by providing practical advice and tackling common misconceptions about the improved techniques.

  1. Hurst JL, West RS (2010) Taming anxiety in laboratory mice. Nat Methods. Oct;7(10):825-6. doi: 10.1038/nmeth.1500
  2. Gouveia K, Hurst JL (2013) Reducing Mouse Anxiety during Handling: Effect of Experience with Handling Tunnels. PLoS ONE 8(6): e66401.doi:10.1371/journal.pone.0066401

ShARM: Sharing ageing research models

ShARM is a not for profit organisation, open to all scientific investigators in the UK and overseas, aiming to accelerate research into ageing by facilitating the sharing of resources. ShARM provides immediate and cost effective access to aged murine models and their tissues, and promotes the networking for researchers via its online collaborative environment. It is funded by Wellcome Trust and works in partnership with MRC Harwell and the MRC-Arthirtis Research UK Centre for Integrgated research into Muscuskeletal Ageing (CIMA).

Tierversuchsstatistik 2015

2015 wurden in der Schweiz 682 000 Tiere für Tierversuche eingesetzt. Das entspricht einem Anstieg um 12,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der Grund dafür sind Verhaltensstudien an grossen Herden und Artenschutzprojekte. Bei zahlreichen Tierarten gab es hingegen einen leichten Rückgang der Versuche.

Im Kanton Zürich gab es im Vergleich zu 2014 einen Anstieg von 9.8%.

Medienmitteilung des BLV

Statistik Tierversuche

3R Umfrage von Forschung für Leben

Der Bericht kann auf der Webseite von "Forschung für Leben" heruntergeladen werden.

NC3R: approaches to reduce and refine the use of GA mice.

NC3Rs
NC3Rs

Over the last year the NC3Rs has been publishing a series of opinion pieces from Dr Sara Wells, Director of the Mary Lyon Centre, MRC Harwell Institute, focusing on the use and welfare of genetically altered (GA) mice. The pieces cover everything from background strain to neonatal welfare assessments and their implications for reducing and refining animal use, as well as for ensuring reproducible and robust research. The final article in the series ‘Letting the technical tail wag the scientific dog!’ is now available on our website.

These pages form part of a larger hub on the use of genetically altered mice.