Bewilligungen & Meldungen

Tierversuchsgesuch

Wer Tierversuche durchführen möchte, muss ein detailliertes Gesuch an das Kantonale Veterinäramt über die Webapplikation e-tierversuche (e-tv) einreichen, in welchem das Versuchsziel und die Methoden genau beschrieben sind und eine ethische Evaluation (Güterabwägung) gemacht wurde.
Die Tierschutzbeauftragten UZH empfehlen, das Gesuch aufgrund der besseren Übersichtlichkeit nicht in e-tv, sondern im Word-Dokument "Form A (DOC, 94 KB)" aufzusetzen. Der Text kann schliesslich kopiert und als "plain text" in e-tv eingefügt werden. Formatierungen lassen sich dann in e-tv anbringen.


Bitte beachten Sie, dass Sie zwingend eine Stellungnahme der Tierschutzbeauftragten brauchen, bevor Sie ein Gesuch oder eine Ergänzung beim Kanton einreichen können. Die Tierschutzbeauftragten lesen das Gesuch und geben kritisches Feedback. Bei Fragen dazu stehen Ihnen die  Tierschutzbeauftragten gerne zur Verfügung.

WICHTIG:

Bitte konsultieren Sie vor dem Schreiben des Antrags unbedingt die Erläuterungen zum Ausfüllen des Gesuchs des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) oder klicken Sie im e-tierversuche auf den (i) Knopf, der die Erläuterungen zu dem jeweiligen Gesuchsabschnitt anzeigt.
"Erläuterungen zum Formular A" (PDF, 451 KB)

Informationsknopf_e-tierversuche Informationsknopf_e-tierversuche
Informationsknopf_e-tierversuche
"Knopf" für Erläuterung im e-tierversuche

 

Zusätzlich müssen Sie die Rückweisungskriterien (PDF, 478 KB) des Veterinäramts ZH beachten. Gesuche werden nach dem Einreichen auf diese Rückweisungskriterien geprüft und direkt an die Gesuchssteller zurückgesandt ("Gesuch wird wieder eröffnet") - OHNE dass das Gesuch der Tierversuchskommission vorgelegt wurde.

Um den Gesuchsstellenden Zeit zu sparen hat das Amt diese Kriterien im August 2018 zusammengestellt, da es, wenn diese Kriterien nicht efüllt sind, zu einer Verzögerung in der Bearbeitng des Gesuchs kommt.

 

Das Gesuch wird dann (copy & paste as plain text) über die Webapplikation e-tierversuche eingereicht. Wichtige Information zu e-tv, FAQs und das Handbuch zu e-tv findet man auf der BLV Website.


Zugang zu e-tv beantragen neue Bereichsleiterinnen und Bereichsleiter beim Kantonalen Veterinäramt.

Zugang für Versuchsleiter und involvierte Personen gibt die Bereichsleiterin/der Bereichsleiter selbst.

Mit dem Gesuch müssen die Namen und Weiterbildungsnachweise aller direkt an diesem Versuch beteiligten Personen eingereicht werden. Direkt beteiligt heisst in diesem Fall, Personen, die Massnahmen oder Eingriffe an lebenden Tieren durchführen. Bitte beachten Sie, dass Sie ein neu erstelltes Gesuch in e-tv erst speichern können, wenn das Personal eingegeben wurde. Für neue Personen müssen ein Lebenslauf und Nachweise über die Ausbildung in Versuchstierkunde (z.B. LTK Modul 1) auf e-tv hochgeladen werden. Für Personen, die bereits registriert sind, müssen Weiterbildungsnachweise hochgeladen werden (siehe auch nächster Paragraph).

Jede Person, die an Tierversuchen beteiligt ist, muss den Nachweis der obligatorischen Aus- und Weiterbildung erbringen gemäss Verordnung des EDI über Ausbildungen in der Tierhaltung und im Umgang mit Tieren.
In der Regel benötigen Versuchsdurchführende als Voraussetzung das LTK Modul 1 (oder einen anderen FELASA Kat. B akkreditierten Kurs), Versuchsleiter (und deren Stellvertretung) müssen LTK Modul 2 (ähnlich zu FELASA C Kursen) absolviert haben. Zusätzlich müssen 4 Tage Weiterbildung innerhalb von 4 Jahren vorgewiesen werden. Die LTK veranstaltet zusammen mit den Tierschutzbeauftragten UZH/ETH jeden September einen Tag Weiterbildung "Actual Topics of Laboratory Animal Science".

Informationen und Richtlinien zu Tierversuchen

Weitere Richtlinien und Informationen des BLV regeln die einzelnen Themenbereiche und müssen bei der Gesuchstellung berücksichtigt werden.

Ethische Güterabwägung

Die Ethikkommission für Tierversuche der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW und der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften SCNAT hat Ethische Grundsätze für die Durchführung von Tierversuchen (PDF, 157 KB) und eine  Vorlage zur Selbstprüfung erstellt, mit der eine ethische Güterabwägung vorgenommen werden kann. Zusätzlich hat die Arbeitsgruppe "Würde des Tiers" des BLV eine  Anleitung zur Güterabwägung publiziert.

Ethische Grundsätze für die Durchführung von Tierversuchen - Kurzfassung (PDF, 16 KB)

Tierbestellung und Import

Tierbestellungen bei anerkannten Lieferanten werden über iRATS getätigt. Mehr Informationen dazu finden sich auf der LASC Website.
Information zu Tierimporten an die UZH finden sich hier und auf der Website des LASC

Die Herkunft der Versuchstiere und die Tierversuchshaltung, in der die Tiere gehalten werden, muss angegeben und bewilligt werden.

Gentechnisch veränderte Tiere

Werden gentechnisch veränderte Tiere oder Mutanten gezüchtet, muss das "Datenblatt für genetisch veränderte Linien oder belastete Mutanten (DOC, 86 KB)" ausgefüllt werden. Dieses Datenblatt muss dem Kantonalen Veterinäramt zusammen mit dem Tierbewilligungs-Gesuch über e-tv eingereicht werden, bevor die Tiere im Experiment eingesetzt werden.

Mehr Informationen und Hilfestellung finden Sie hier.

Wann immer möglich soll die normierte Nomenklatur von ILAR verwendet werden.

Nicht genügend charakterisierte Linien müssen beobachtet und mögliche Belastungen gemäss der Verordnung des BLV über die Haltung von Versuchstieren und die Erzeugung gentechnisch veränderter Tiere sowie über die Verfahren bei Tierversuchen erfasst werden. Die Verantwortung für die Belastungserfassung bei kleinen Nagetieren liegt bei der Leiterin oder beim Leiter der Versuchstierhaltung.

Bewilligungsverfahren

Gesuche für Tierversuche werden beim Kantonalen Veterinäramt über die Webapplikation e-tierversuche eingereicht. Das Bewilligungsverfahren richtet sich nach dem höchsten zu erwartenden (prospektiven) Schweregrad(siehe "Ausgewählte Themen").

Versuche mit Schweregrad "0" werden direkt durch das Kantonale Veterinäramt beurteilt, alle anderen Versuchsvorhaben werden der Kantonalen Tierversuchskommission zur Beurteilung und Antragstellung weitergeleitet

Mitglieder Tierversuchskommission 2015-2019 (S. 5) und Ergänzungswahl Sept 2015sowie weitere Ergänzungswahlen 2017 (zwei Vertreter Tierschutz) und 2018 (Ethikerin)

Der Entscheid des Veterinäramtes (Bewilligungsformular B) folgt in der Regel dem Antrag der Tierversuchskommission. Entscheidet das Veterinäramt anders, muss es den Entscheid gegenüber der Tierversuchskommission begründen.


Der Gesuchstellende, die Kantonale Tierversuchskommission und das BLV werden über den Entscheid des Kantonalen Veterinäramts informiert. Diese Parteien können innert der Rekursfrist (30 Tage) gegen den Entscheid rekurrieren. Wenn kein Rekurs vorliegt, darf nach Ablauf der Rekursfrist mit den Experimenten begonnen werden.

Reglement der Kantonalen Tierversuchskommission (R-KTVK) (PDF, 460 KB)

Durchführung

Die Versuche müssen die im Gesuch und der Bewilligung genannten Bedingungen und Auflagen strikt einhalten. Notwendige Änderungen sind über e-tv als Ergänzungsgesuche zu beantragen und müssen vor Versuchsbeginn vom Kantonalen Veterinäramt bewilligt werden.

Über die Versuche ist ein Protokoll zu führen und den Vertretern des Kantonalen Veterinäramts oder der Kantonalen Tierversuchskommission auf Wunsch vorzulegen. Die Protokolle müssen Auskunft über den Einsatz der Tiere, deren Belastung im Versuch und dem Versuchsaufbau geben. Insbesondere sind Kontrollen der Versuchstiere und Einhaltung der Abbruchkriterien zu dokumentieren.

Bei unerwarteten Todesfällen ist die Todesursache abzuklären. Dies liegt in der Verantwortung des Versuchsleiters.

Auswertung / Berichterstattung

Bereichsleitende müssen für jedes Kalenderjahr bis spätestens Ende Februar des darauffolgende Jahres (Zwischenbericht) sowie nach Abschluss der Versuchsbewilligung (innerhalb 2 Monaten, Abschlussbericht) über die durchgeführten Versuche und eingesetzten Tiere über e-tierversuche einen Bericht ans Kantonale Veterinäramt einreichen (Form C). Das Veterinäramt überprüft die Berichte und reicht diese schliesslich dem BLV ein. Das BLV veröffentlicht jährlich die Anzahl Tiere, die im Versuch eingesetzt wurden und auch die Tierarten und Schweregrade: www.tv-statistik.ch.
Nach Abschluss der Bewilligung werden Titel des Gesuchs, Versuchszweck und Schweregrad zusätzlich zur Tierzahl auf der BLV Statistik Website (abgeschlossene Versuche) veröffentlicht.