Informationen zum Tierwohl und den 3R im Bereich Tierversuche

swissuniversities warnt vor der Initiative für ein Tier- und Menschenversuchsverbot

Am 18.3.19 wurde die Eidgenössische Volksinitiative 'Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt' eingereicht. Diese Initiative möchte Tierversuche sowie (Klinische) Versuche am Menschen verbieten. Zudem wären nach Inkrafttreten dieses Verbotes "Handel, Einfuhr und Ausfuhr von Produkten aller Branchen und Arten verboten, wenn für sie weiterhin Tierversuche direkt oder indirekt durchgeführt werden; bisherige Produkte bleiben vom Verbot ausgenommen, wenn für sie keinerlei Tierversuche mehr direkt oder indirekt durchgeführt werden."

swissuniversities warnt vor der Initiative für ein Tier- und Menschenversuchsverbot.

Die Initiative gefährdet Fortschritt, Innovation und Bildung in den Life Sciences und Biotechnologien in der Schweiz.

Die eidgenössische Volksinitiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt», die am 18. März 2019 bei der Bundeskanzlei eingereicht werden soll, will jegliche Versuche an Tieren und Menschen sowie die Einfuhr von Produkten wie Medikamenten verbieten, für die Tier- und/oder Menschenversuche durchgeführt wurden. Zudem verlangt die Initiative, Tierversuche in der Bundesverfassung als Tierquälerei und damit als Verbrechen zu verankern. Die Initiative vertritt eine extreme Haltung, die nicht nur die Forschung gefährden würde. Sie würde auch verhindern, dass Menschen und Tiere in der Schweiz von künftigen medizinischen Fortschritten profitieren können.

Die Verwendung von Tiermodellen und klinischen Studien ist heute notwendig, um Grundlagenwissen zu erwerben und neue Medizinprodukte und -verfahren zu entwickeln. Dabei besteht das Ziel stets darin, die Lebensbedingungen zu verbessern und Leben zu retten.

Zur Klärung von wissenschaftlichen Fragen stützen sich Forschende auf verschiedene Arten von Modellen: in silico (Computermodelle), in vitro und in vivo. Für ihre Arbeit wählen sie jeweils das zweckmässigste Modell oder die zweckmässigste Kombination von Modellen. Tierversuche werden nicht als eigenes Projekt durchgeführt, sondern sind Teil eines Forschungsprotokolls. Aus ethischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen werden nach Möglichkeit In-silico- und In-vitro-Modelle verwendet. Unter anderem in der Onkologie, der Neurorehabilitation und der Immunologie, ist der Einsatz von Tiermodellen weiterhin notwendig. Ohne Tierversuche wäre beispielsweise die Entwicklung von Insulin und Penicillin nicht möglich gewesen, oder auch der Methoden zur Organtransplantation, mit denen Tag für Tag Leben gerettet werden.

Im Bereich Innovation und Entwicklung belegt die Schweiz gegenwärtig einen Spitzenplatz. Es ist illusorisch anzunehmen, dass wir in den Life Sciences und Biotechnologien weiterhin Fortschritte erzielen und unser Wissen ausbauen können, wenn wir auf Versuche an Tieren und Menschen, insbesondere auf klinische Studien, verzichten müssten. Ein Verbot in der Schweiz hätte negative Folgen für die Hochschulen und Universitätsspitäler. Es würde zu einem Verlust von Know-how in der hochspezialisierten Aus- und Weiterbildung in unserem Land führen und unsere Innovationsfähigkeit einschränken, die ihrerseits auf einer hochstehenden Grundlagenforschung beruht. Denn diese Bereiche müssen manchmal auf Tiermodelle und klinische Studien zurückgreifen.

Zudem fordert die Initiative das Importverbot von neuen Produkten, für die direkt oder indirekt Tier- oder Menschenversuche durchgeführt wurden. Dieses Verbot würde die Human- und Tiermedizin massiv beeinträchtigen. Neue Behandlungsmethoden, die dank wissenschaftlichem und medizinischem Fortschritt entwickelt werden, wären nicht mehr verfügbar. Diese Therapien könnten weder für die Schweizer Bevölkerung noch für Haus-, Nutz- oder andere Tiere genutzt werden.

Die Tierversuchsgesetzgebung der Schweiz gehört zu den strengsten der Welt. Die heutigen gesetzlichen Grundlagen gewährleisten eine ethisch vertretbare Forschung. Das Tierschutzgesetz (TSchG) bezweckt, «die Würde und das Wohlergehen des Tieres zu schützen». Es verlangt namentlich, die durch Versuche verursachten Schmerzen so weit als möglich einzudämmen, vor allem durch den Einsatz geeigneter Anästhesie- und Analgesiemethoden. Jeder Versuch, der Tiere einbezieht, muss von der kantonalen Veterinärbehörde bewilligt werden. Diese arbeitet mit der kantonalen Kommission für Tierversuche zusammen, der sowohl Fachpersonen als auch Vertreterinnen und Vertreter des Tierschutzes angehören. Seit der Änderung der Tierschutzverordnung per 1. März 2018 müssen die Institute und Laboratorien nicht nur eine Leiterin oder einen Leiter für den Tierversuchsbereich sowie eine Versuchsleiterin oder einen Versuchsleiter ernennen, welche die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und der guten Wissenschaftspraxis sicherstellen: Sie müssen zusätzlich eine Tierschutzbeauftragte oder einen Tierschutzbeauftragten bestimmen, die oder der die Forschenden namentlich im Verfahren für die Beantragung von Versuchsbewilligungen unterstützt. Hinsichtlich der Versuche an Menschen soll das Bundesgesetz über die Forschung am Menschen (HFG) «Würde, Persönlichkeit und Gesundheit des Menschen in der Forschung schützen». Es gewährleistet insbesondere, dass die Interessen des Menschen gegenüber den Interessen der Wissenschaft und der Gesellschaft Vorrang haben, und berücksichtigt damit die ethischen Grundsätze der Erklärung von Helsinki (Die Erklärung von Helsinki, die vom Weltärztebund (WMA) erarbeitet wurde, beinhaltet die ethischen Grundsätze, die für die medizinische Forschung am Menschen gelten). Durch regelmässige Aktualisierungen der Verordnungen und Richtlinien lässt sich sicherstellen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen den technologischen Fortschritten und den ethischen Anliegen der Schweizer Bevölkerung entsprechen.

Bei Tierversuchen sind Forschende moralisch und rechtlich verpflichtet, das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine) anzuwenden. Dieser Grundsatz verlangt, dass Tierversuche nur dann bewilligt werden, wenn keine Alternative besteht, dass ihre Zahl auf das notwendige Minimum beschränkt wird und dass die Versuchsmethoden und Haltungsbedingungen möglichst wenig belastend sind. Um die Umsetzung dieser Grundsätze zu fördern und zu erleichtern, wurde in der Schweiz bereits vor über 25 Jahren die Stiftung Forschung 3R gegründet. Unterdessen wurde sie vom 3R-Kompetenzzentrum Schweiz (3RCC) abgelöst, das im März 2018 unter der Federführung von swissuniversities geschaffen wurde, um eine bessere Koordination unter allen Institutionen zu ermöglichen, die Tierversuche durchführen. Dieses Kompetenzzentrum ist das Ergebnis gemeinsamer Überlegungen der Hochschulen, der Industrie, der Behörden und von Tierschutzorganisationen. In der Schweiz werden somit erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Würde und das Wohl der Tiere, insbesondere der Versuchstiere, zu wahren. Zudem setzt sich die wissenschaftliche Gemeinschaft für die laufende Evaluation und Verbesserung ihrer Praxis ein.

Aufgrund der oben dargelegten Argumente lehnt swissuniversities diese Initiative ab, die extrem und schädlich ist. Zugleich setzt sich swissuniversities aktiv für einen rücksichtsvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit Tieren und Menschen bei In-vivo-Versuchen ein.

Quelle: swissuniversities

Aus der Abteilung Tierschutz: Dummies statt Tiere? Simulator-Training für Tierversuchsdurchführende

MausSimulator MausSimulator
Fotos: Maus Simulator (Mimicky Mouse Training Simulator, VetTech) zum Üben von Handling und Blutentnahmetechniken (M. Humpenöder).

In der veterinärmedizinischen Ausbildung von Studierenden werden immer häufiger Simulatoren eingesetzt. Diese «Dummies» können das Training am lebenden Tier zwar nicht völlig ersetzen, sie haben aber das Potential den Einsatz lebender Tiere zu Übungszwecken zu reduzieren und die Belastung der eingesetzten Tiere, durch eine bessere Vorbereitung der Studenten, zu minimieren.

Auch Personen, die Tierversuche durchführen und/oder planen, lernen in Schweizweit gesetzlich vorgeschriebenen, versuchstierkundlichen Kursen das Handling verschiedener Versuchstierspezies. Diese Ausbildung garantiert einen fach- und tierschutzgerechten Umgang mit Versuchstieren und schliesst die Übung am lebenden Tier ein. Auch für die versuchstierkundliche Ausbildung können Simulatoren eingesetzt werden, die erhältlichen Simulatoren bieten allerdings heute noch nicht alle notwendigen Funktionen.

In dem Bf3R-geförderten Kooperationsprojekt „SimulRATor“ entwickeln das Institut für Veterinär-Anatomie, das Institut für Tierschutz, Tierverhalten und Versuchstierkunde sowie das Institut für Veterinär-Epidemiologie und Biometrie (Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin) daher einen neuen Simulator, der kostengünstig mittels 3D-Druck produziert werden soll (http://www.vetmed.fu-berlin.de/einrichtungen/institute/we11/forschung/simulrator).

Um den Simulator optimal auf den Kurseinsatz auszurichten, werden derzeit erhältliche Ratten- und Maussimulatoren auf ihre praktische Eignung untersucht. Als Teil der engen Kollaboration der Abteilung Tierschutz, UZH und der Freien Universität Berlin hatten Tutoren und Teilnehmer des LTK Modul 1 Kurses im Januar 2019 die Möglichkeit erhältliche Simulatoren zu testen und Feedback zu ihrer Funktionalität zu geben.

Wir werden an dieser Stelle in Zukunft über publizierte Ergebnisse des Projekts informieren.

Neue Tierschutzbeauftragte der UZH

Corina Berset

Frau Dr. vet. med. Corina Berset beginnt am 1. November 2018 als  Tierschutzbeauftragte der UZH und neue Mitarbeiterin der Abteilung Tierschutz.

Dr. Corina Berset ist Veterinärin mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich Tierversuche als Versuchsdurchführende und Versuchsleiterin. Teil ihrer bisherigen Tätigkeiten umfasste die Beratung in veterinärmedizinischen sowie tierexperimentellen Fragen sowie das Schreiben und Reviewen von Tierversuchsanträgen. Sie wirkte in der Ausbildung (Modul 1) an der EPFL mit und hat selbst Labortierkundekurse, Seminare und Workshops für tierexperimentell arbeitende Forschende organisiert.

Frau Berset hat nach dem Studium der Veterinärmedizin ihre Doktorarbeit an der Universität Bern absolviert und im Anschluss als Veterinärin und Wissenschaftlerin gearbeitet. An der EPFL war sie als technische Spezialistin am Center for BioMedical Imaging tätig und anschliessend Projektleiterin bei der AO Foundation Davos. Durch ihre berufliche Tätigkeit mit Labornagern und Grosstieren sowie durch ihre Praktika mit nicht-humanen Primaten, Zebrafischen und Vögeln für die ECLAM (European College of Laboratory Animal Medicine) Anerkennung bringt Frau Berset Erfahrung mit vielen Tiermodellen mit.

Dr. Corina Berset ist auf dem Campus Irchel im Raum Y13G01 zu finden und unter der Telefonnummer  044-635 6709 oder via Email unter corina.berset@uzh.ch erreichbar.

Swiss 3RCC Homepage online

Logo 3RCC
swiss3RCC.org

Informationen zum 3RCC und seinen Aktivitäten sowie Neuigkeiten zum Thema 3R finden Sie ab sofort hier swiss3rcc.org

Umfrage zu 3R Forschung und Initiativen an der UZH

3RCC 3RCC

Im Auftrag des Schweizer 3R-Kompetenzzentrum (3RCC) erstellen wir eine Zusammenfassung von 3R-Forschung und 3R-Initiativen (geplant, laufend oder vor weniger als 5 Jahren abgeschlossen) an der Universität Zürich.

Sind oder waren Sie an einem Replacement, Reduction oder Refinement Projekt beteiligt? Dann melden Sie sich bitte bei Paulin Jirkof, paulin.jirkof@uz.ch

Mehr Informationen (PDF, 269 KB)

 

NC3Rs webinar - "Mouse handling made easy: reducing anxiety in mice and their handlers"

Research led by Professor Jane Hurst and colleagues at the University of Liverpool has shown that picking up laboratory mice by the tail induces aversion and high anxiety in these animals, which can impact on scientific outcomes. In contrast, the use of a tunnel or hand-cupping mice considerably reduces stress and anxiety, and results in animals that are much more willing to voluntarily interact with the handler. In this webinar, which originally took place on 27 April 2018 at 11am (BST), Professor Hurst shares the evidence base supporting the refined handling techniques as well as practical advice and tips for implementing them in your institution.

For more information and resources, including video tutorials demonstrating the non-aversive handling methods, visit the NC3Rs dedicated mouse handling hub: https://www.nc3rs.org.uk/how-to-pick-...

The National Centre for the Replacement, Refinement & Reduction of Animals in Research (NC3Rs) is an independent scientific organisation.

Webinar by Jane Hurst

 

Kompetenzzentrum 3RCC ist eröffnet

Im März 2018 wurde das neue Schweizerische Kompetenzzentrum 3RCC eröffnet.  Das Zentrum soll 3R-Projekte  fördern und zusammen mit Hochschulen und der forschenden Pharmaindustrie die Ergebnisse umsetzen.

Das nationale Kompetenzzentrum ist ein Verein, welcher an der Universität Bern angesiedelt ist und durch das Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), die forschende pharmazeutische Industrie, elf Hochschulen, den Schweizerischen Tierschutz (STS) und dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin (BLV) unterstüzt wird. Als Direktorin des Zentrums wurde die Toxikologin Dr. Chantra Eskes ernannt und als Präsidentin wurde Nationalrätin Dr. Kathy Riklin gewählt.

 

 

Dr. Paulin Jirkof neu als 3R-Koordinatorin an der UZH

Paulin Jirkof

Frau Dr. Paulin Jirkof unterstützt seit 1. April 2018 als 3R-Koordinatorin der UZH dieAbteilung Tierschutz.

Mit der Schaffung einer 3R-Koordinationsstelle setzte die Universitätsleitung ein wichtiges Zeichen zur Förderung der 3R sowie der wissenschaftlichen Qualität, und betont somit auch den Stellenwert des Tierschutzes an der UZH.

Dr. Paulin Jirkof ist auf dem Campus Irchel im Raum Y11G70 zu finden und unter der Telefonnummer  044-635 82 94 oder via Email unter paulin.jirkof@uzh.ch erreichbar.

Anpassungen Tierschutzverordnung und Tierschutz-Ausbildungsverordnung

BLV, 10.1.2018: Die Anpassungen der Tierschutzverordnung sowie weiterer Verordnungen im Veterinärbereich fördern den schonenden Umgang mit Tieren. Die Änderungen treten am 1. März 2018 in Kraft.

Die Medienmitteilung, die neuen Verordnungen sowie die dazugehörigen Erläuterungen finden Sie hier.

Tierschutzbeauftragte für Tierversuche

Bisher fehlte in der Tierschutzverordnung die Funktionsbeschreibung und Kompetenzregelung für Tierschutzbeauftragte, die die Forscherinnen und Forscher im Bewilligungsprozess unterstützen und als Kontaktpersonen für die kantonalen Fachstellen eine wichtige Rolle spielen. Sie sollen insbesondere sicherstellen, dass die Angaben für die Beurteilung des unerlässlichen Masses als Entscheidungsgrundlage für die Bewilligungsstelle in den Gesuchen für Tierversuchsbewilligungen vollständig aufgeführt werden.

Weitere Informationen: Artikel 129, 129a und Art. 129b der Tierschutzverordnung.

Tiere müssen fachgerecht getötet werden

Wenn die Behandlung kranker oder verletzter Tiere aussichtslos oder nur unter grossen Schmerzen möglich ist, sollen sie zur Leidensbegrenzung getötet werden. Neu legt die Tierschutzverordnung fest, welche Kriterien eine fachgerechte und tierschutzkonforme Tötung erfüllen muss. Die neuen Vorschriften sind in einer Serie tierartspezifischer Fachinformationen des BLV erläutert. 

Weitere Informationen: Artikel 177 Abs. 1 und 1bis, Artikel 179 der Tierschutzverordnung.

Prüfungen werden für Ausbildungen im Tierversuchsbereich obligatorisch

Weitere Informationen: Tierschutz-Ausbildungsverordnung

Swiss Animatch an der UZH

Swiss Animatch soll helfen im Sinne der 3R (reduction) Tierzahlen zu verringern, indem Forschende Organe von Tieren, die im Rahmen eines bewilligten Tierversuchs euthanasiert werden, zu teilen.

Forschende der UZH können sich unter folgendem Link registrieren: https://swiss.animatch.eu

Es bedarf den Extra-Aufwand, ein Angebot in Swiss Animatch zu erstellen, aber es kann einen grossen Effekt im Sinne der Reduktion erbringen.
Daher registrieren Sie sich noch heute, denn SHARING IS CARING.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Tierschutzbeauftragten.

SBFI unterstützt das neue Schweizerische Kompetenzzentrum 3RCC

SBFI - Bund fördert neue Wege und Alternativmethoden in der Tierversuchsforschung
Bern, 05.12.2017 - Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) unterstützt das neue dezentrale Schweizerische Kompetenzzentrum 3RCC als Forschungseinrichtung von nationaler Bedeutung mit einem Beitrag von insgesamt 2,9 Millionen Franken in den Jahren 2018-2020. Damit fördert der Bund die Anwendung der sogenannten 3R-Prinzipen bei Tierversuchen (refine, reduce, replace). Diese umfassen im Wesentlichen das Verfeinern der Methoden, um die Belastung für die Tiere zu vermindern, sowie das Reduzieren der Zahl von Tierversuchen bis hin zum Ersatz durch Alternativmethoden. Das Kompetenzzentrum 3RCC ist ein breit abgestützter Verein, der an der Universität Bern angesiedelt ist.

Güterabwägung bei Tierversuchsanträgen

empfehlungen_samw_gueterabwaegung_tierversuchsantraege
Empfehlungen Güterabwägung

Forscherinnen und Forscher, die in der Schweiz einen Antrag für einen Tierversuch stellen, müssen eine ethische Güterabwägung vornehmen und diese nachvollziehbar darlegen. Die Kommission für Tierversuchsethik (KTVE) hat dazu eine Wegleitung erarbeitet.
Die dreisprachige Broschüre (englisch, deutsch, französisch) erläutert das Prinzip der Güterabwägung und unterstützt Forscherinnen und Forscher dabei, diese korrekt durchzuführen. Unter order[at]samw.ch kann die Broschüre gratis bestellt werden.

Die KTVE ist eine gemeinsame Kommission der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) und der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT).

NC3Rs and CAMARADES launch new web app for systematic reviews of animal studies for researchers and interested persons

SYRF SYRF
SYRF

SyRF is a free-to-use online platform for researchers to perform systematic review and meta-analysis of animal studies. It was developed by the CAMARADES group using an NC3Rs infrastructure award. The SyRF app has been designed to help optimise and streamline systematic reviews.

Tierversuchsstatistik 2016: Weniger Tiere eingesetzt als im Vorjahr

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: 2016 wurden in der Schweiz 629 773 Tiere für Tierversuche eingesetzt. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 7,7 %. Dieser Rückgang ist vor allem auf den Abschluss verschiedener Projekte mit einer grossen Anzahl von Fischen und Amphibien zurückzuführen. Drei Viertel der Tiere waren keiner oder einer leichten Belastung ausgesetzt. Zwei Drittel der verwendeten Tiere waren Mäuse.

Im Kanton Zürich gab es im Vergleich zu 2015 eine Abnahme von 11%.

Medienmitteilung BLV

Tierversuchsstatistik

DFG fördert neue Forschergruppe zur Belastungserfassung in Tierversuchen

Severity assessment in animal based research
Severity assessment in animal based research

Millionen-Unterstützung für Deutsche und Schweizer Universitäten: Wie können Belastungen von Versuchstieren erkannt und minimiert werden?

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt den neuen Forschungsverbund „Belastungseinschätzung in der tierexperimentellen Forschung“ („Severity assessment in animal based research“) mit rund sechs Millionen Euro für die nächsten drei Jahre. Dem Verbund gehören acht wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland und in der Schweiz an. Sie wollen in 15 Projekten Belastungen von Tieren in Tierversuchen erkennen und Belastungsgrade wissenschaftlich fundiert und möglichst fein und genau abstufen – mit dem Ziel, Belastungen optimal zu minimieren. „Derzeit fehlen wissenschaftlich begründete Parameter und Methoden, mit denen Belastungen wie Stress und Schmerz gemessen werden können, denen Tiere in einem Versuch ausgesetzt sind. Das beeinflusst ethische Fragen und die Qualität von Tierversuchsdaten. Das wollen wir ändern“, sagt Professor André Bleich, PhD. Der Leiter des Instituts für Versuchstierkunde und des Zentralen Tierlaboratoriums der MHH ist Sprecher der neuen Forschergruppe (FOR) 2591 – gemeinsam mit Professor Dr. René Tolba, Leiter des Instituts für Versuchstierkunde sowie des Zentrallaboratoriums für Versuchstiere der Uniklinik RWTH Aachen.

Neben sieben Deutschen Hochschulen sind an der Forschergruppe auch Wissenschaftlerinnen der Abteilung Forschung Chirurgie am Universitätsspital Zürich beteiligt und erhalten einen Teil der erworbenen Drittmittel.

„Wir verbessern verschiedene objektive Methoden und Techniken, erarbeiten neue und kombinieren diese, um eine Skala zur Standardisierung erstellen zu können“, erläutert Professor Bleich. Die Ergebnisse, die mit den neuen Methoden erzielt werden, sollen mit den Belastungs-Schweregraden korrelierbar sein, die in der Richtlinie des Europäischen Parlaments zum Schutz für Versuchstiere definiert sind. Die Forschergruppe will die Belastungseinschätzungen außer Wissenschaftlern auch Behörden und Gutachtern zur Verfügung stellen. Um festzustellen, wie es Tieren während eines Versuchs geht, gibt es beispielsweise die Möglichkeit, mit Infrarot-Kameras Aktivität und Körpertemperatur der Tiere zu überwachen. Außerdem können Herzschlagrate und deren Intervalle per Telemetrie festgestellt werden. Auch die moderne Bildgebung hilft – etwa, um Veränderungen im Gehirn festzustellen. Viele Ideen für die Beurteilung von Belastungen stammen aus der Verhaltens-, Schmerz-, Stress- und Depressionsforschung. Die Forscher wollen auch Strategien untersuchen, die Tiere für den Umgang mit Stress haben.

Die Wissenschaftler wenden mit ihrem Vorhaben das „3R-Prinzip“ zur Durchführung von Tierversuchen an. Es steht für „Replace“ (Vermeiden von Tierversuchen durch das Finden alternativer Methoden), „Reduce“ (Verringern der Zahl benötigter Tiere) und „Refine“ (Verminderung der Belastung). „Dieses Prinzip ist für uns von wesentlicher Bedeutung – nicht nur bezüglich seiner ethischen Rechtfertigung, sondern auch, um belastbare Daten durch Standardisierung zu generieren. Denn ein zentraler Aspekt dieses Prinzips ist die Einschätzung von Schmerzen, Leiden und Schäden von Versuchstieren während eines Experiments“, sagt Professor Bleich.

Weitere Informationen zum Projekt an der UZH erhalten Sie bei Dr. Paulin Jirkof (Animal welfare in biomedical research, Forschung Chirurgie, Universitätsspital Zürich, Universität Zürich), paulin.jirkof@usz.ch.

New video tutorial released: mouse handling made easier

A new resource, launched this week, shows technical staff and researchers how to handle mice using non-aversive methods. The tutorial is based on research funded by the NC3Rs and BBSRC, carried out at the University of Liverpool by Professor Jane Hurst and Dr Kelly Gouveia1,2. The aim is to promote widespread uptake of refined methods of handling laboratory mice by providing practical advice and tackling common misconceptions about the improved techniques.

  1. Hurst JL, West RS (2010) Taming anxiety in laboratory mice. Nat Methods. Oct;7(10):825-6. doi: 10.1038/nmeth.1500
  2. Gouveia K, Hurst JL (2013) Reducing Mouse Anxiety during Handling: Effect of Experience with Handling Tunnels. PLoS ONE 8(6): e66401.doi:10.1371/journal.pone.0066401

ShARM: Sharing ageing research models

ShARM is a not for profit organisation, open to all scientific investigators in the UK and overseas, aiming to accelerate research into ageing by facilitating the sharing of resources. ShARM provides immediate and cost effective access to aged murine models and their tissues, and promotes the networking for researchers via its online collaborative environment. It is funded by Wellcome Trust and works in partnership with MRC Harwell and the MRC-Arthirtis Research UK Centre for Integrgated research into Muscuskeletal Ageing (CIMA).

Tierversuchsstatistik 2015

2015 wurden in der Schweiz 682 000 Tiere für Tierversuche eingesetzt. Das entspricht einem Anstieg um 12,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der Grund dafür sind Verhaltensstudien an grossen Herden und Artenschutzprojekte. Bei zahlreichen Tierarten gab es hingegen einen leichten Rückgang der Versuche.

Im Kanton Zürich gab es im Vergleich zu 2014 einen Anstieg von 9.8%.

Medienmitteilung des BLV

Statistik Tierversuche

3R Umfrage von Forschung für Leben

Der Bericht kann auf der Webseite von "Forschung für Leben" heruntergeladen werden.

NC3R: approaches to reduce and refine the use of GA mice.

NC3Rs
NC3Rs

Over the last year the NC3Rs has been publishing a series of opinion pieces from Dr Sara Wells, Director of the Mary Lyon Centre, MRC Harwell Institute, focusing on the use and welfare of genetically altered (GA) mice. The pieces cover everything from background strain to neonatal welfare assessments and their implications for reducing and refining animal use, as well as for ensuring reproducible and robust research. The final article in the series ‘Letting the technical tail wag the scientific dog!’ is now available on our website.

These pages form part of a larger hub on the use of genetically altered mice.